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Generationenhaus
Generationen verbindend wohnen!
Von der Idee bis zur Wirklichkeit ist es oft ein
langer Weg. Seit den ersten Anfängen, als sich die Initiative für
das "Lebendige Haus" im April 2002 formierte, ist bis heute viel
geschehen.
1. Vorgeschichte
Seit 1953 gab es in Siegen unter der Adresse Melanchthonstr.
61 das Altenheim "Christofferhaus". Eigentümer war bis Mai 2005
das Sozialwerk der Christengemeinschaft. Im April 2002 wurde das
Gebäude geräumt. Es sollte abgerissen werden, um einem Neubau Platz
zu machen, womit den veränderten Ansprüchen an Pflegestandards und
der Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Größe Rechnung getragen
werden sollte. Direkt daneben, aber verbunden mit dem Altenheim,
befindet sich eine Kirche der Christengemeinschaft, die ebenfalls
abgerissen werden sollte. Aus der Siegener Ortsgemeinde der Christengemeinschaft
in Deutschland, einer ökumenisch orientierten religiösen Körperschaft
des öffentlichen Rechts, formierte sich eine Initiativgruppe gegen
die Abrisspläne und für eine neue Nutzung des Altenheims. Sie trat
im April 2002 mit einem ersten Aufruf an die Öffentlichkeit, um
für ein "Haus der Begegnung" zu werben. Dahinter stand die Idee,
das bestehende Gebäude in eigener Regie umzubauen und in ihm in
neuartiger Weise eine Hausgemeinschaft zu bilden, in der sich die
verschiedenen Generationen zu engagierter, solidarischer Nachbarschaft
finden sollten. Zum Erhalt und zur Umwidmung des ehemaligen Altenheims
haben wir Anfang 2003 den gemeinnützigen Verein "Lebendiges Haus"
gegründet. Die Zielsetzungen des Projektes haben in der Vereinssatzung
ihren Ausdruck gefunden. Wir wissen uns auf neuem sozialen Felde,
suchen dafür Unterstützung und haben das Experimentelle unseres
Ansatzes zum Ausdruck gebracht. In einer fast 2-jährigen Überzeugungsarbeit
ist es uns gelungen, die Verantwortlichen des Eigentümers zu einem
Alternativstandort für ihren Neubau zu bewegen und damit unserer
Idee eine Chance zu geben.
2. Ausgangslage
Von Sept. 2003 bis Mai 2005 nutzte der Verein das
ehemalige Altenheim zu Wohnzwecken für zwei Familien und weitere
Mitglieder aus dem Verein sowie als Studentenunterkunft.
Es
wurde eine eigene Hauszeitung herausgebracht, die in alle Teile
Deutschlands verschickt wurde und viel Sympathie einbrachte.
Die Menschen, die sich im Initiativkreis des Vereins
zusammengefunden haben, beschäftigen sich schon länger
mit den Fragen des menschenwürdigen Alterns. Selber schon zum
Teil im vorgerückten Alter, oder durch vielfältige Kontakte
und Freundschaften zu Älteren, hat für sie das Thema der
Gestaltung des Lebensabends, des Engagements für Kultur und
soziales Zusammenleben einen großen Stellenwert erhalten.
Alle hatten miterlebt, wie allmählich das Altenheim immer mehr
zu einem Pflegeheim wurde. Alte Menschen versuchen verständlicherweise
den Zeitpunkt der Übersiedelung in ein Altenheim so lang als
irgend möglich hinaus zu schieben, aber die Unterstützung
von noch selbständig lebenden älteren Freunden wird wegen
der zu überwindenden Entfernungen immer aufwändiger. Aus
dieser Erkenntnis wurde unsere Projektidee geboren.
3.
Projektidee
Die Möglichkeit, in einer bereits vorhandenen
Wohnanlage durch Modernisierung erschwinglichen Wohnraum zu erstellen,
verleiht unserer Initiative den besonderen Charme.
Eine im wirklichen Sinn nachbarschaftliche Hausgemeinschaft ist geschaffen
worden für Menschen, die nicht nur schön wohnen wollen,
sondern auch offen sind für ein soziales Miteinander und für
eine gegenseitige Hilfestellung im Alltag, die Interesse haben an
einer kreativen kulturellen und religiösen Gestaltung des Lebens.
Mehrere Generationen leben unter einem Dach in
freier Wahlgemeinschaft von Menschen aller Altersstufen. Familien
mit Kindern, Alleinstehende, Alleinerziehende, aktiv Tätige
wie auch Rentner, Hilfsbedürftige und Kranke finden sich in
freier Weise zu gemeinsamem Leben, Singen, Spiel, Sport, Feiern,
geistigem Arbeiten und kulturellem Tun und Erfahren. Die Wohnungen
und gemeinschaftlich genutzten Räume wurden dementsprechend
gestaltet.
Das Haus und die Wohnungen haben Neubaustandart.
In wichtigen Bereichen konnten Baumaterialien unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte verwendet werden.
Ein Teil der Wohnungen ist alters- und behindertengerecht. Die Hanglage des Gebäudes ermöglicht
dies ohne Einbau eines Aufzuges, wodurch sowohl im Erdgeschoss als
auch im 1. Obergeschoss Wohnungen ebenerdig erreichbar sind.
Das äußere Erscheinungsbild ist dabei im
wesentlichen erhalten geblieben, da das Ensemble von Wohngebäude und
Kirche eine organisch einheitliche und ansprechende Architektur
darstellt.
Gemeinschaftlich genutzte Räume - wie Veranstaltungsrauml mit
Cafeteria, Behandlungsraum, Fahrradkeller, Trockenkellerraum - sind vorhanden.
4.
Projektstand 2010
Schön ist das „Lebendige Haus“ geworden und leuchtet in zarten Regenbogenfarben vor dem Grün des Waldes.
Es sind 21 Wohnungen entstanden, vom Ein-Zimmer-
Appartement mit 25 m² bis zur großen Familienwohnung mit 145 m² Wohnfläche, die alle verschieden sind.
Eine moderne, umweltfreundliche Pellet-Heizanlage versorgt die Bewohner mit Wärme und warmem Wasser. Regenwasser wird in einer Brauchwasseranlage aufgefangen und für Waschmaschinen und Toiletten genutzt. Jede Wohnung ist mit Telefon- und Satellitenanschluss versehen. Mit Ausnahme einer kleinen Wohnung haben alle Balkon, Terrasse oder Loggia (Dachbalkon).

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