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Generationenhaus
Haus mitten im Leben
von Peter Ganzer
Wer vom Süden, vom Land Hessen her kommt und auf der A
45 die Wasserscheide und zugleich die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen
überfährt, bemerkt vielleicht, dass es schattiger wird.
Wir tauchen in die Nordhänge der Rothaargebirgeausläufer
ein. Es ist der südlichste Zipfel und zugleich das waldreichste
Gebiet NRWs.
Wer auf der B 54 von Haiger her nach der Kalten Eiche irgendwo eine
Parkbucht anfährt, die höchstwahrscheinlich auch im Walde
liegt, bemerkt, dass es überwiegend grau bis schwarzes Gestein
gibt. Manchmal sieht man rotbraune Streifen oder Flecken in Felsformationen
und den Bruchsteinen auf den Wegen. Das läßt erkennen,
dass wir uns im ehemaligen Eisenerzabbaugebiet um Siegen herum befinden.
Das war lange Zeit der hauptsächliche Broterwerb in unserer
Gegend. Der karge Boden, die steilen Hänge lassen nur wenig
Ackerbau zu. Man sagt dem Siegerland eine hohe Niederschlagsquote
nach. Nun, da scheint die Klimaerwärmung dem Siegerland gut
zu tun. Vom Sauerland haben die meisten schon etwas gehört
- aber das Siegerland kennen nur wenige. Dabei hat die Natur hier
so viel zu bieten.
Bild oben: Blick vom "Häusling" aus
auf den Siegberg mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem "Krönchen"
auf der Nikolaikirche. Links: Oberhalb vom Kindergartengebäude
schmiegt sich das Lebendige Haus an den dicht bewaldeten Berghang.
In Landschaften, wo man schöneres Wetter gewohnt war, sind
nun meist zu trockene und heiße Sommer eine Plage, während
man hier im wald- und wasserreichen Siegerland schon jahrelang angenehme
und erträgliche Sommerabende genießen kann. In der Gastronomie
entstehen zunehmend Wirtsgärten und Cafés oder Bistros
schenken gerne draußen aus. Auch die Flora wandelt sich. Besonders
an Waldrändern, Lichtungen, Ausholzungen, an Straßen-
und Wegrändern blüht es vermehrt, wie man es eigentlich
in südlicheren Gefilden gewohnt ist. Auffällig ist hier
die verstärkte gelbblühende Ginsterpracht. In lichten
Wäldern wird man zunehmend von großen Beständen
an Fingerhut überrascht.
Außer diesen typischen Merkmalen im Sommerwald
wartet das Frühjahr mit Teppichen von Anemonen, Lungenkraut,
Natternkopf, Sumpfdotterblumen, Lichtnelken u.a. auf. Doch auch
an den Wiesen- und Wegrändern bis zu den Vorgärten der
Besiedlungen tut sich einiges. Es scheint, dass jedes Jahr die Natur
einer Blume besonderen Vortritt läßt. Vor zwei oder drei
Jahren trieben verstärkt Akeleiblüten hervor. Heuer fällt
mir besonders eine reiche Vergißmeinnichtblüte auf. Unüberschaubar
erfreuen uns hier wildblühende Sträucher und Bäume
bis in den Waldsäumen nach Siegen herein.
Ein wunderbarer Duft und unüberhörbares Summen der Bienen,
Hummeln und Wespen überfällt einen auch am Rundweg um
unseren Waldrand am "Häusling". Der Häusling
ist mit dem Siegberg der zentralste der sieben Berge in Siegen.
In umliegenden Gärten und unserem Schrebergarten setzt sich
die Blütenpracht fort. Ob wild ausgesät oder in eigener
Anzucht gedeihen Löwenmäulchen, Ringelblumen, Astern und
Sonnenblumen bestens. Diese halten mit ein bißchen Hilfe sogar
den Schnecken Stand. Ansonsten wäre es wünschenswert,
wenn die hiesigen Gartenfreunde weniger Koniferen und mehr Laubgehölze
pflanzen würden, damit mehr Sonne und viel lichtes Grün
in unsere Gärten kommt. Dies war heute meine Betrachtung aus
der "Vogelperspektive". Das nächste Mal möchte
ich mehr auf die Pflanzenwelt rings um das "Lebendige Haus"
eingehen. Einerseits soll das umgebende Grün sich in die Siegerländer
Landschaft einbetten und andererseits soll es einen gewissen Charakter
darstellen, der aus dem Geist des "Lebendigen Hauses"
entwächst.
Eines kann ich schon verraten: Es soll nach und
nach mehr lichtes, blühendes Grün kommen in unser umliegendes
Parkgelände.

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